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Ankunft in Dubai

Es ist ein tolles Gefühl das Flugzeug als Erster verlassen zu dürfen, auch wenn danach sehr viele an uns vorbei gestresst sind, um Ihren Anschluss zu bekommen, oder schnell in Ihr Hotelzimmer zu gelangen. Wir hatten keinerlei Grund zur Eile, wo wir doch extra viel Zeit in der Lounge hatten. Da der nächste Anschluss nach Bangkok (mit nur 2.5 h Aufenthalt) kein A380 war, hatten wir den nächst verfügbaren Flug mit dem A380 gebucht, um in den Genuss und das Privileg der Suiten zu kommen.

Wer darauf keinen Wert legt, muss keine 7 Stunden in Dubai einkalkulieren. Für alles andere was in der Lounge geboten wird, allerdings schon. Wenn man das nicht mit eigenen Augen gesehen hat, kann man es nicht begreifen. Ich habe nun schon einige Business Lounges gesehen, aber die First Class Emirates Lounge in Dubai schlägt alles. Auf einer Fläche von mehr als 5000 qm wird alles geboten, wofür man sonst bezahlen muss, und zwar gratis. Von den verschiedenen Essens- und Trink-Angeboten über viele dutzend bequeme Sitzecken mit Fernsehern kann man ebenso ins Business Center um zu arbeiten oder die Kinder in einem Spielparadies abgeben. Das Wichtigste habe ich aber sofort beim Eingang in die Lounge gecheckt: Fliegen wir im A380 oder ist der Flug umgebucht worden? Die Auskunft hat sofort ein Lächeln auf unsere müden Gesichter gezaubert: Ja natürlich im A380. Jetzt konnte nun wirklich nichts mehr schief gehen.

First Class Emirates Lounge in Dubai

First Class Emirates Lounge in Dubai

Die FirstClass Lounge erstreckt sich im ersten Stock über die gesamte Breite des Terminals und ist sicherlich 100m Lang. Hier gibt es ausserdem ein a ´la card Restuarant mit reichhaltiger Speisenauswahl, ein grosses Buffet mit warmen und kalten Speisen, ein eigenes SPA und Duschen! Wir haben nach ein bisschen Relaxen auf den bequemen Sitzecken erst einmal einen Plan geschmiedet, wie wir uns am besten durch diese reiche Auswahl durcharbeiten können. Das grenzt ja fast an Arbeit. Leider gab es die angekündigten Relax-Liegen noch nicht, sodass wir die 2h geplanten Schlaf erst einmal ausgeklammert haben. Diese Liegen werden erst mit dem Neubau des eigenen A380 Terminals realisiert. Schade. Da wir aber bei unserer Ankunft die einzigen Passagiere waren, hatten wir die freie Platzwahl für die Couch-Ecken.  Also zuerst alle elektrischen Geräte an die Ladestationen hängen und ein bisschen bei frischen Früchten und Glace (Hägen Daz) relaxen. Dann wurde der Plan geschmiedet: SPA, a´la carte essen , schlafen und dann unter die Duschen.

First Class Lounge mit Hotel darüber

First Class Lounge mit Hotel darüber

Also schnell einen Termin im  SPA gemacht für unsere Wünsche (Fussmassage mit Pedicure für mich und Pedicure und Manicure für Monica). Da jeweils ein Paket gratis war, mussten wir nur das Andere dazu zahlen. Schon war die 3. Stunde im Terminal ebenfalls rum. Es war richtig belebend und hat den Füssen gut getan. Dann habe ich mir noch schnell die Schuhe polieren lassen und ab ging es zum Essen. Wir konnten uns nicht so richtig für ein komplettes Essen begeistern, da wir eigentlich seit unserem Abflug in Frankfurt permanent gegessen haben, oder zumindest das Gefühl hatten, permanent zu essen. Also entschieden wir uns für das Buffet, wo es eine hervorragende arabische Grillplatte mit Scampi-Spiessen und allerlei gegrilltem Fleisch gab. Ferner noch Reis in allen Variationen, verschiedene Humus, Früchte , Dessert und ebenfalls Parmesan am Stück zu verschiedenen Pasta’s.

a' la carte Restaurant, 1st Class Lounge

a‘ la carte Restaurant, 1st Class Lounge

Voll und rund gefressen ging es dann auf 2 Couches, der Wecker wurde gestellt und es blieben uns doch noch 1.5 Stunden Schlaf. Fast hätte ich den Wecker nicht gehört, aber die Vibration an der Hüfte hat mich doch geweckt. Mittlerweile hatte sich die Lounge auch gefüllt und wir mussten feststellen, dass man in Dubai wohl einen anderen Rhythmus hat, denn jetzt starteten die A380 im 10min Takt. Und das morgens um 3:00 Uhr…. Allerdings bei Temperaturen von max. 54 Grad im Schatten würde ich mittags auch keinen Fuss vor mein Zelt setzen, um in den Flughafen zu kommen. Also den Schlaf aus den Augen gerieben, mühsam eine sitzende Position eingenommen und in Richtung Duschen gewandert. Hier hat mir der freundliche Angestellte alles erklärt und mir eine freie Kabine zugewiesen. Anschliessend kam dann noch die Frage, ob ich Zahnbürste und Rasierer (Nass) wünsche. Die Handtücher lagen schon in den Kabinen parat. Also erst einmal die Dusche angeschaltet, das kalte Nass genossen und  versucht das Grinsen wieder aus dem Gesicht zu bekommen. Das ist wirklich was Herrliches. Obwohl wir nun schon 20 Stunden unterwegs waren, schafft es eine Dusche doch, dass man sich wieder fit und munter fühlt. Der A380 kann kommen und mir seine Suiten zeigen.

Auch hier hatten wir wieder nicht die Ausdauer und das Vertrauen, dass man uns rechtzeitig ausruft und sind gemäss Boarding-Time von der Lounge aufgebrochen. Da auch hier der Weg nur kurz war (nur um die Emirates Business Lounge herum) waren wir auch hier zu früh, obwohl uns zuerst ein komisches Gefühl beschlich, da auch hier keine Leute mehr beim Gate waren. Dann wurde es uns klar. Wir waren ja auch viel zu früh und damit die ersten der insgesamt 12 Passagiere der 1. Klasse. Ich weiss nicht, ob sich das Gefühl der Gelassenheit beim Rückflug einstellt, aber eine jahrelange Gewohnheit ist nicht einfach abzulegen. Wir waren im 1. Stock und konnten auf die Passagiere der Economy Class herunter schauen, die sich im Erdgeschoss  sammelten. Nach 5min wurde dann auch das Boarding ausgerufen und die anderen Passagiere aus Business und First trudelten so langsam ein. Wir konnten einen Lift hinunter fahren und einem separaten Gang in das Flugzeug nehmen.

Hier wurden wir freundlich von einer Stewardess begrüsst, die bei unseren Tickets noch freundlicher lächelte und schnell 2 andere Kolleginnen herbei rief, die uns dann zu unseren Mittel-Suiten führten und alles erklärten. Die Suiten liegen links vom Eingang, während die Business Class rechts angesiedelt ist. Meine Suite lag auf der linken und Monica’s auf der rechten Gangseite. Da die Mitteltrennwand zwischen unseren Suiten heruntergefahren war, konnten wir uns unterhalten und mussten uns sehr zusammen reissen, damit nicht ständig ein aaahhh und ooohhh zu hören war. Das Gefühl in so einer Suite kann man nicht beschreiben, man muss es erlebt haben.

Emirates A380, First Class private Suiten

Emirates A380, First Class private Suiten

Es ist alles vorhanden, was man eventuell vermissen würde und vieles Mehr, woran man nicht einmal zu denken wagt. Das fängt an bei einem Schreibset mit Stift und eigenem Briefpapier bis zu einem Schmink-spiegel mit allen möglichen Cremes und Salben. Ist nicht mein Fall, denn ich habe ja schon eine gewisse natürliche Schönheit. Dann ist da noch eine Vase mit Orchidee, eine Schreibtisch-Lampe, ein eigener Korb mit Süssigkeiten, eine eigene kleine Minibar und ein riesiger Fernseher. Dazu passend eine drahtlose Fernbedienung, um aus mehr als 1200 Kanälen auch das richtige Programm zu finden. Ausserdem konnte die Fernbedienung noch sämtliche elektrische Funktionen der Suite wie Sesselsteuerung, Türen und Trennkonsole bedienen. Wir waren im siebten Himmel. Monica hat dann die Anleitung der Fernbedienung gelesen, etwas was ich bei Ihr noch nie gesehen habe. Sie wollte in jedem Fall alle Funktionen kennen, um nichts zu verpassen.

Fairerweise muss man dazu sagen, dass wir von den Eindrücken völlig erschlagen waren und nicht wussten, was wir zuerst machen sollten. Also ging ich mal auf die Toilette, was ich besser nicht getan hätte. Das war unglaublich. Ich dachte zuerst ich hätte die falsche Tür erwischt. Da es neben der Bar aber nur 2 Türen gab, waren diese Türen die einzige Möglichkeit für die WCs.

Dusche und WC im A380

Dusche und WC im A380

Wow! Ich konnte in der Toilette tanzen und musste mir keine Sorgen machen, dass ich es nicht schaffen würde, mich umzudrehen. Hier konnte ich mich sogar ankleiden. Der Platz war so grosszügig gestaltet, dass das WC sogar quer zum länglichen Raum eingebaut war. Man konnte sitzen und hatte nicht die Knie vor der Nase. In der Länge hätte ich mich auf den Boden legen können und doch nicht gleichzeitig Arme und Beine an die Wände bringen können.  Ausserdem war sogar eine Dusche eingebaut, für welche wir uns dann auch kurz vor der Landung angemeldet haben. Wenn man einmal das Gefühl erlebt hat in 10’000m Höhe zu Duschen, damit man frisch und ausgeruht den Flieger verlässt, weiss man, dass die Emirates First Suites jeden Penny wert sind.

Der Flug verlief wie im Fluge und es blieb kaum Zeit alle Finessen auszuprobieren. Ebenso wie meine Minibar (immerhin 5 Getränke) unangetastet blieb, da einem jeder Wunsch direkt von den Lippen abgelesen wurde. Die Highlights waren dann die riesige Filmauswahl, die Dusche und die Matraze, die aus dem Flat Sessel mit der Daunendecke ein sehr bequemes Bett zauberten.

Galerie

Neben den offensichtlichen Hobbies pflege ich noch den Genuss eines schönen Scotch und liebe die Ausfahrten mit meinem Motorrad. Derzeit eine BMW K1300R. Zur Entspannung im Winter geniesse ich den Modellbau und bin hier bereits im Jahre 2003 bei den Figuren des Games Workshop Tabletop-Spiels von Warhammer und Warhammer 40K hängen geblieben. Ich spiele zwar nicht, aber die sehr detailreichen Plastik-Modelle haben es mir angetan.

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